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MALEDIVEN FORUM und PROTECT THE MALDIVES FORUM » MALEDIVEN » gesammelte Reiseberichte von 80 Hotelinseln und 8 Tauchschiffen » Male » Thilafushi 2009-03-30 - Umweltbericht von robhof » Hallo Gast [Anmelden] [Registrieren]
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Zum Ende der Seite springen Thilafushi 2009-03-30 - Umweltbericht von robhof 1 Bewertungen - Durchschnitt: 10,001 Bewertungen - Durchschnitt: 10,001 Bewertungen - Durchschnitt: 10,001 Bewertungen - Durchschnitt: 10,001 Bewertungen - Durchschnitt: 10,00  
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Text Thilafushi 2009-03-30 - Umweltbericht von robhof Auf diesen Beitrag antworten Zitatantwort auf diesen Beitrag erstellen Diesen Beitrag editieren/löschen Diesen Beitrag einem Moderator melden       Zum Anfang der Seite springen

Thilafushi - das Grauen hat einen Namen ...



So stellt man sich ein Tropenparadies wie die Malediven vor ...


... doch auch das ist die Realität des Tropenparadieses. Thilafushi, die Müllinsel ...

siehe auch Information unserer Partnerorganisation vor Ort, Bluepeace: THILAFUSHI: TOXIC BOMB IN THE OCEAN http://www.bluepeacemaldives.org/blog/?p=18

Die künstliche Insel Thilafushi (Dhivehi: Œ¨¦Šª¨) wurde auf den Malediven ursprünglich als Mülldeponie geplant, die den Müll der Hauptstadt Male' aufnahm. Heute ist Thilafushi auch durch seine Industrieansiedlungen geprägt. Die künstliche Insel aus Müll liegt 6,8 km westlich von Malé im Süden des Nord-Malé-Atolls zwischen Giraavaru and Gulhifalhu. Sie dehnt sich auf zwischenzeitlich 50 Hektar aus.

Das sind die Zahlen:
Länge 1,9 km
Breite 750 m
Fläche 0,5 km2
Höchste Erhebung 2 m
Einwohner 500

500 Menschen leben also hier. Die Ärmsten der Armen der Gesellschaft. Die "Ausländer der Malediven" aus Bangladesh und anderen Ländern Asiens.

Wohin mit all dem Zivilisationsmüll? Das ist die große Frage. Früher wurde (und auch heute wird noch leider) der Müll an vielen Stellen einfach ins Meer gekippt. Auch unverrottbarer Kunsstoff, auch toxische Produkte der Zivilisation. Die Touristen wollen so etwas nicht sehen. Meistens wollen sie davon auch nichts wissen, denn sie machen ja (Luxus)Urlaub. 4 saubere Badetücher täglich. Wenn sie aber eine Bootsausfahrt machen, wenn sie eine unbewohnte Insel besuchen, der Müll erreicht sie überall. Er schwimmt auf dem Meer. Paradiesische Inseln sind meterhoch mit Müll bedeckt.

Die heile Scheinwelt der Luxusresorts ... hier wird im touristischen Bereich (im besten Fall) alles sauber gehalten. Aber nur dort, denn im Bereich der Dienerschaft (Staff only ...) sieht es ganz anders aus. Wir haben uns das mit der Kamera auf mehreren Inseln genau angeschaut. Und was passiert mit dem Zivilisationsmüll dann? Der wird doch nach Thilafushi gebracht ... Aha ... Also kann der Tourist ungestört den Luxusurlaub genießen. Tatsächlich bringen viele Touristeninseln ihren Dreck nach Thilafushi und kippen ihn nicht einfach ins Meer. Doch in Thilafushi wurde der Müll früher erst wieder ins Meer gekippt. Sonst wäre die Insel heute nicht so groß, eine richtige, große Insel. Die neue Regierung kennt das Problem und bemüht sich. Müll wird zwischenzeitlich zumindest teilweise getrennt. Die neue Offenheit machte es uns möglich ungestört zu filmen und die Ärmsten der Armen auszufragen. Wir haben die Frage auch dem Umweltminister gestellt. Es gibt vorerst keine Studien über die toxische Belastung des umgebenden Meeres.

Ein Besuch auf Thilafushi sollte im Rahmen der Umwelterziehung für alle Touristen verpflichtend werden (sollte ich einmal an die Macht kommen ...). Nicht um die Malediven schlecht zu machen, denn es handelt sich größtenteils um Zivilisationsmüll, den wir im Westen produzieren oder ausgedacht haben. Es gibt jetzt schon doppelt so viele Touristen (im Jahr) wie Einheimische (600.000 : 300.000). Wohin sollen die Malediver auch ihren Müll entsorgen ...? Ins Meer? Eine Welle der Entrüstung erhebt sich dann unter den Touristen. Nein, so geht es nicht. Nach Thilafushi? Ja, das ist ok.

Auf Thilafushi lernt man, dass es nicht nur einen Anfang gibt, sondern auch ein Ende. Dass all der Müll, den wir produzieren, irgendwo enden, landen muss. Wir alle tragen dazu bei, jeder Besucher. Und die Einheimischen? Die haben in 2000 Jahren gelernt, dass man alles ins Meer werfen kann. Es schadet ja nicht, es passiert nichts. Es ist auch 2000 Jahre nichts passiert, denn es hat nur natürliche Stoffe gegeben. Doch jetzt gibt es auch synthetische. Zum Teil sehr giftig, zum Teil solche, die meine Kinder vergiften. Einheimische werfen die Sachen weiterhin ins Meer. Sie kippen Lacke und organische Lösungsmittel in die Lagunen, in denen ihre Kinder baden und wo sie ihre Fische fangen. Es wird noch eine längere Entwicklung brauchen, Jahrzehnte der kulturellen Evolution, bis die Menschen den "kleinen Unterschied" zwischen Müll (Fischreste, Kokosnussschalen, Palmblätter) und Müll (Kunststoff, syntehtische und toxische Stoffe) gelernt haben ... Vorerst existiert noch kein Umweltbewusstsein, außer bei der Jugend vielleicht ... The government, die Regierung ist schuld. Der klassische Trugschluss. Die Menschen müssen noch lernen, dass alle verantwortlich sind, nicht nur die Regierung


Die Insel wächst derzeit um rund 1 Quadratmeter pro Tag. Heute werden bis zu 400 Tonnen pro Tag nach Thilafushi geliefert. Die Hauptanteil ist in der Zwischenzeit industrieller Abfall, wie Bauschutt, aber auch Material, das als Sondermüll klassifiziert wird. Die Verwaltung obliegt der Waste Management Section (WMS), die offiziell dem Ministry of Construction and Public Works (kurz MCPW, dem maledivischen Bauministerium) untersteht. Derzeit wird die WMS aber von der Stadtverwaltung Malé und damit dem Ministry of Home Affairs and Housing verwaltet.


Nachdem die Landfläche von Thilafushi immer stärker anwuchs, entschloss sich die maledivische Regierung im November 1997, dass das Land an Unternehmen zur industriellen Nutzung verpachtet wird. Im ersten Schritt siedelt sich 22 Unternehmen an, deren Anzahl sich bis heute auf 54 erhöht hat. Durch die Ansiedlung der Unternehmen ist heute mehr als die Hälfte die Insel industriell genutzt. Die Verpachtung von Thilafushi bringt dem maledivischen Staat rund eine Million US-Dollar pro Jahr.

Die dort vorherrschenden Industrien sind Schiffbau, Zementverpackung und Methan-Abfüllung. Auch Lagerkapazitäten wurden im hohen Maße geschaffen und entlasten so die Hauptstadt Malé durch seine Lagerkapazitäten, insbesondere für Zement und Gas.


Ein Arbeiter wäscht sich in der Giftbrühe. Vermutlich einer aus Bangladesh. Mit einem BIP pro Kopf von etwa 460 US-Dollar im Jahr 2007 gehört Bangladesch zu den ärmsten Ländern der Erde. Beim HDI nimmt es Rang 139 von 175 erfassten Ländern ein. Die Malediven sind im Vergleich dazu ein reiches Land ...


"Sklavenarbeiter" aus Bangladesh. Bis zu zehn Personen wohnen in einem heißen, stickigen Raum aus Wellblech und arbeiten für etwas mehr als 100,- US$ im Monat. 72 Stunden in der Woche. Sie meinen, dass die Arbeit gut bezahlt ist ... Manche von ihnen sind Tischler und bauen Möbel für die Luxusresorts. Überall gibt es Arme, und es gibt noch die Ärmtsen der Armen ... Die leben auf Thilafushi. Viele Malediver würden die dreckige Arbeit auf Thilafushi nicht mehr machen.




In der Anfangsphase wurden Gruben mit einer Größe von 15 × 15 × 5 m (1100 Kubikmeter) ausgehoben und mit Müll aufgefüllt. Der Müll wurde dann mit einer Lage aus Bauschutt abgedeckt, der wiederum mit Korallensand bedeckt wurde. Eine Mülltrennung wurde aufgrund der riesigen anfallenden Müllmenge und fehlenden Infrastruktur nicht durchgeführt. Heute wird der Müll getrennt und teilweise verbrannt. Die Entsorgungsarbeiten werden von 150 Bengalen erledigt.








Nach unabhängigen Berichten gilt Thilafushi als die größte Müllinsel der Welt. Der Schutz der Umwelt findet nur rudimentär statt. Obwohl ein Teil des Mülls heute offiziell sortiert wird, wird dennoch der Großteil des Mülls einfach verdichtet und verfüllt. Auch umwelt- und gesundheitsgefährdende Stoffe werden einfach deponiert. So enthält der Bauschutt, mit dem der Müll abgedeckt wird, oft Asbest.

Zu den Stoffen, die im Abfallkreislauf getrennt werden, gehören insbesondere die Metalle Kupfer, Zinn, Zink und Stahl. So sind Metalle in der Zwischenzeit das Hauptexportgut der Malediven nach Indien. Altöl und Kunststoffe werden ebenfalls getrennt entsorgt.

Die zunehmende Entsorgung oder Verbrennung von Batterien und Elektronikschrott verschärfen die Umweltprobleme weiter. Die enthaltenen Stoffe wie Blei, Cadmium oder Quecksilber werden ausgewaschen und gelangen über die Fische in die Nahrungskette zurück oder Verschmutzen bei der Verbrennung die Luft.









Siehe auch Maldives' dirty secret http://www.cdnn.info/news/travel/t090131.html

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"Wenn wir unseren Umgang mit den Meeresarten nicht grundlegend ändern, wird dieses das letzte Jahrhundert für wilde Fische und Meeresfrüchte sein" (Steve Palumbi)
30.03.2009 17:59 robhof ist offline E-Mail an robhof senden Homepage von robhof Beiträge von robhof suchen Nehmen Sie robhof in Ihre Freundesliste auf
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