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Text Eriyadhu 2004-07-?? - Reisebericht von Klaus81 Reply to this Post Post Reply with Quote Edit/Delete Posts Report Post to a Moderator       Go to the top of this page

Eriyadoo ist nicht einheitlich zu bewerten. Da gibt es traumhafte Bungalows unter Palmen an weißem Sandstrand wenige Meter von der türkisfarbenen Lagune entfernt (Bungalownummern 109 bis 115), andererseits Bungalows hinter dichtem, von Mücken bewohnten Gestrüpp, fast ohne Meerblick (Nummern 143 bis 152). Nummer 109 ist ein Einzelbungalow, alle anderen sind extrem hellhörige Doppelbungalows - vernünftige Nachbarn also erforderlich. Seit dem Tsunami soll aber beim Traum-109er der weiße Sand weggespült worden sein, dafür mehr ab 153 liegen.

Transfer mit Speedboot 50 Minuten, eigentlich nicht besonders schlimm, wenn man so etwas kennt.
Der Strand ist für Maledivenverhältnisse groß. Er ist feinsandig, recht weiß, zwischen 2 und 20 Metern breit, keinesfalls eng belegt. Wird täglich von Muscheln und Korallen gereinigt, Badeschuhe sind nicht erforderlich. Schatten findet man allerdings nicht am Strand, man muss sich in den Schatten der Büsche zurückziehen. Dort sind aber zahlreiche Mücken, die zum Glück auf Autan forte und Zanzarin reagieren. Auf das Bio-Mittel Zanzarin reagieren aber auch Mitmenschen und die Katzen. Warum das Ufergesträuch nicht ausgelichtet wird, ist das Geheimnis der Inselleitung. Manche Bungalows liegen hinter toten Büschen wie hinter alten Reisighaufen.
Die Insel ist mit 200 mal 300 Metern so klein, dass man sich zu Lande nicht viel bewegen kann. Aber man ist ja wegen des Schnorchelns bzw. Tauchens auf den Malediven.Es gibt keine betonierten Wege, Ufer oder Mauern im Wasser - traumhafte Sicht nach allen Seiten.

Das Personal ist maledivenüblich freundlich, ohne sich zu überschlagen. Unser Roomboy beherrschte nur ein Faltmuster beim Bettenbau. Die Kellner sind nicht die Schnellsten, das Frühstück beginnt deshalb meist ohne Kellner und damit ohne Kaffee. Unbedingt Zucker verlangen, denn die Löffel "verwaltet" der Kellner, ohne Zucker kein Löffel, ohne Löffel kein Yoghurt - und bis der Kellner wieder mal auftaucht, das kann dauern! Auch Trinkgeld bringt sie nicht in Bewegung, denn das gibt jeder Gast sowieso, wird er doch von der Reiseleitung auf die niedrigen Gehälter der Leute verwiesen.
Wechsel des Bungalows ist möglich, aber es dauert ein paar Tage, weil die Insel fast immer ausgebucht ist.

Eriyadoo ist eine Barfußinsel, auch im Restaurant liegt dicker Sandboden. Das Essen ist hervorragend. Die Präsentation des Buffets ist einfach, aber die Qualität der Speisen übertrifft andere uns bekannte Inseln. Vom frisch gebackenen Brot (sogar Vollkorn ist dabei), das viele deutsche Bäcker nicht so gut hinbekommen, über Fisch- und Fleischgerichte zu Süßspeisen, Salaten und Eis - hohe Bewertung für alles!
Die Bar liegt wunderschön am Strand, teils überdacht, teils offen. Abends ist sie schnell belegt, da es ein so schöner Ort ist. Überdurchschnittlich gutes Personal.

Eriyadoo ist eine Insel, die allen Ansprüchen gerecht wird; Man kann auch mit jüngeren Kindern sehr gut baden, die Insel ist für Schnorchler hervorragend geeignet, da sie zu umrunden ist und ein fischreiches Hausriff hat, Tauchen ist durch eine gute Tauchbasis ebenfalls zu empfehlen. Volleyball am Abend mit den Einheimischen ist sehr beliebt, ansonsten reicht der Wassersport den Gästen. Es gibt keine Sportarten, die andere Gäste belästigen, wie Bananaboote und andere Krachmacher. Einen Pool hat die Insel zum Glück nicht, ebenso kein Animationsprogramm. Die Malediven meinen, die Bungalows hätten Viersternecharakter, weil sie über Fernseher, Klimaanlage, Zimmersafe und Badewanne verfügen. Vorher müssten sie aber renoviert werden, was z.Z. läuft. Die Lieblingsfarbe der Maledivier scheint Braun zu sein, denn so sind das Parkett, die Möbel, die Türen und die getäfelte Decke gestrichen. Die Betten sind sehr gut. Während auf den Malediven die Kopfkissen gewöhnlich etwas müffeln - man ist schließlich in den Tropen - riechen sie auf dieser Insel richtig frisch. Die Handtücher werden täglich gewechselt, was wir für übertrieben halten. Einmal sind wir am Abflussrohr der Wäscherei vorbeigeschnorchelt, als die gerade die Lauge abgelassen haben - man konnte die Hand nicht vor den Augen sehen!
Wir hatten noch eine alte Klimaanlage, sie war aber nicht zu laut. Was entscheidend ist: Die Bungalows sind nahezu insektenfrei, wenn man ein paar Ameisen übersieht. Die unappetitlichen Kakerlaken waren nicht zu sehen, ebenso gibt es keine Raupen oder Spinnen. Wegen der AC kommt keine Mücke in den Bungalow.
Zu jedem Bungalow gehören nummerierte Liegen mit Auflagen. Das haben wir woanders schon vermisst.

Großfische haben wir am Riff nicht gesehen. Haie waren selten und klein, Rochen und Napoleons gab es gar nicht, aber ansonsten so ziemlich alle Rifffische des Fischführers, darunter schöne Schwärme. Am Steg, der aber unter dem Tsunami gelitten haben soll, hielt sich manchmal ein Schiffshalter auf - der Letzte einer Gruppe, die früher die Schnorchler belästigt haben.


Eriyadoo ist eine von den Top Ten unter den Malediveninseln, die man besuchen sollte. Die Mängel sind zu vernachlässigen, schlecht gelegene Bungalows zu tauschen. Bedingung ist aber, dass man Mückenschutz nicht vergisst.
Klaus
18.07.2005 16:34 Klaus81 is offline Send an Email to Klaus81 Homepage of Klaus81 Search for Posts by Klaus81 Add Klaus81 to your Buddy List
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