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Dienstag, 20. November 2018 106.056.175 Zugriffe seit Samstag, 15. November 2003
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Zum Ende der Seite springen 1 Jahr Urlaub auf den Malediven - Reisebericht von Thym1959 2 Bewertungen - Durchschnitt: 10,002 Bewertungen - Durchschnitt: 10,002 Bewertungen - Durchschnitt: 10,002 Bewertungen - Durchschnitt: 10,002 Bewertungen - Durchschnitt: 10,00  
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Text 1 Jahr Urlaub auf den Malediven - Reisebericht von Thym1959 Auf diesen Beitrag antworten Zitatantwort auf diesen Beitrag erstellen Diesen Beitrag editieren/löschen Diesen Beitrag einem Moderator melden       Zum Anfang der Seite springen

1 Jahr Urlaub auf den Malediven

Ich weiss nicht so genau warum ich das schreibe, vielleicht interessiert es ja jemand? Wenn nicht, braucht er/sie es nicht zu lesen, vielleicht ist auch nur eine kleine Zeitreise für mich selber oder einfach ein persönlicher Nostalgietrip.

Begonnen hat es im März 1985, meine erste Reise überhaupt über den europäischen Kontinent hinaus. Der lange von mir gehegte Wunsch einmal die Malediven zu besuchen, wurde endlich Wirklichkeit. Wer meint die Malediven wären heute sehr teuer den kann ich beruhigen, es war relativ gesehen in 1985 noch sehr viel teurer. Dafür hat man im Prinzip außer einfachen Hütten in naturbelassener Umgebung nichts gekriegt, jedenfalls nichts was auch nur den Anschein eines gewissen Komforts hätte.

An alles kann ich mich nach der langen Zeit bestimmt nicht erinnern, aber ich vergesse nie die ungefähr 2 stündige Bootsfahrt zwischen Hulule und unserer Insel auf einem einfachen lahmen Dhoni, obwohl ich einen Teil der Bootsfahrt verschlafen habe. Wellenbrecher oder ähnliches habe ich nirgends gesehen, Wasserbungalows auch nicht, einfach nur schöne Sandhaufen mit viel Grün drauf. Ich vergesse auch nie die Ankunft auf unserer Insel. Nicht nur weil es sauschön ausgesehen hat, nein, es waren die nassen und kalten Tücher die man zur Begrüßung überreichte. Endlich nach der langen Anreise was erfrischendes, was man sich direkt auf das Gesicht legte und buuuääähhhh ….. was ist das? Das Inselmanagement hatte die Tücher mit Stinkbomben getränkt und ich machte mir Gedanken wie ich den Gestank loskriegen kann. Ein Wunder, dass ich nicht gleich nebendran gereiert habe.

Glasscheiben gab es in unserem ersten Bungalow keine, das „Fester“ bestand aus einem Lattenzaun mit Fliegengitter davor, Kleiderschrank Fehlanzeige, das Bett war eine Selbstherstellung mit einer besseren Strohmatte drauf, das Bad winzig und geschlossen, mit Ablagerungen von irgendwas an den Armaturen und Fliesen, aus den Wasserhähnen kam mit Stinkbomben getränktes und nur kaltes Wasser. Bettwäsche, Handtücher, das Zimmer, alles stank nach Stinkbomben. Fürs Zähneputzen stand eine Thermoskanne mit abgekochtem Regenwasser bereit, es gab kein warmes Wasser und natürlich auch keinen Wasserkocher. Das mit den Stinkbomben-Gestank klärte sich dann schnell auf, das normale Leitungswasser war damals Grundwasser mit hohem Schwefelgehalt, verursacht durch die Palmenwurzeln, die Ablagerungen an den Kacheln und Fliesen waren Schwefelablagerungen, nach 2 Tagen roch man es zum Glück nicht mehr. Nach der ersten Nacht zogen wir in einen klimatisierten Bungalow um, der hatte dann wenigstens Fensterscheiben. Zimmerausstattung war sonst die gleiche, also eigentlich fast vollkommen keine! Außerdem flog beim Wechsel des Generators jede Nacht die Hauptsicherung des Bungalows raus. Dann gab es genau 2 Möglichkeiten: entweder schwitzen und am nächsten Morgen die Sicherung reindrücken, oder mitten in der Nacht aufstehen und die Sicherung reindrücken und somit nicht so viel schwitzen. Die Sicherung war außen an der Rückseite der Hütte.

Spa, Muckibude, Pool, TV, Unterhaltung? Neeee, gab es nicht. Plastikflaschen gab es auf der Insel auch keine, ausnahmslos welche aus Glas. Coca-Cola stand zwar auf der Getränkekarte, gekriegt habe ich es nie. Ebenso erging es mir mit einem Hamburger oder Cheeseburger oder anderen Gerichten, die man mal gerne essen möchte, aber nicht verfügbar waren. Das Essen im Restaurant war nämlich sehr einseitig, geschmacklich noch nicht mal so schlecht, entweder Fisch mit Reis oder Kartoffeln, oder Fisch mit Gemüse, ab und an gab es mal anstelle Fisch auch Fleisch. Kartoffeln oder Reis und Gemüse zusammen gab es nie. Als Vorspeise gab es oft eine mit Meerwasser zubereitete Fischsuppe, an Nachspeisen kann ich mich nicht mehr erinnern. Buffet gab es nicht, mit Ausnahme eines maledivischem Buffets, welches es 2-mal in 3 Wochen gab. Frühstück bestand überwiegend aus Toastbrot mit Marmelade oder etwas Wurst oder Käse und einem Ei.

Ich kann mich nicht mehr so genau an alle Nebenkosten erinnern, sie waren aber im Vergleich zu heute horrend hoch. Sehr gut erinnern kann ich mich noch an die 4 $, die für eine 80 Gramm Tafel Milka-Schokolade fällig waren, ebenso 4 $ für eine Packung australischer Kekse, ein Softdrink kostete - glaube ich jedenfalls - 1,5 $, zzgl. Servicecharge (1$ war in der Nähe von 3,50 DM).

Die Korallen waren ganz filigrane und empfindliche für mich bis dahin weitgehend unbekannte Gebilde, wie ich es so noch nie vorher gesehen habe, intakt bis an die Wasseroberfläche. Die Lagunen waren voller Fischschwärme, die alle paar Minuten vor ihren Jägern flüchteten und hochsprangen. Die Inselstaff sammelte die Fische auf, die an den Strand gesprungen sind. Die Strände waren fantastisch, textilfreies baden und sonnen damals noch erlaubt.

An Tauchen oder Ausübung anderer Sportarten war leider kaum zu denken, das hätte mein Budget vollkommen gesprengt. 1 Tauchgang kostete 30 $, 1 Bootsfahrt 11 $, ein Schnupperkurs 150 $, 1 Stunde surfen 16 $, 1 Stunde Katamaran 25 $ (gesehen habe ich den allerdings nicht), so steht es in dem Original Katalogprospekt, welches ich mir aufgehoben habe.

Meine Partnerin (mit der ich heute verheiratet bin) und ich haben 3 Wochen mit schnorcheln, schwimmen, sonnen, lesen und nix tun ganz locker rumgekriegt und ich hätte nie gedacht, wie schön Einfachheit, Ruhe, der tolle Strand, das türkisfarbene glatt gebügelte Meer sowie der Anblick der schönen Palmen sein kann. Dafür musste man auf eine Liege verzichten, die gab es einfach nicht.

Der Name meiner ersten Insel war Nakachafushi im Nordmale-Atoll. Ich habe nie mehr so eine schöne Lagune wie dort gesehen. Heute ist es ein Luxustempel und hört auf den Namen Huvafen Fushi

Das höchste Gebäude auf Male war die große Moschee, ihre goldene Kuppel war von überall aus zu erkennen, außer einer Hauptstraße war keine Straße befestigt. Obwohl die Malediven laut Reiseführer damals zu den 30 ärmsten Ländern der Erde gehörten, wurde man nirgends angebettelt, immer angelächelt, jeder Laden war natürlich der billigste in Male. Dort habe ich auch in einem „Supermarkt“ die lang ersehnte Coca-Cola kaufen können. Das Stadt- oder auch Inselbild von Male ist mit dem heutigen noch nicht annähernd zu vergleichen, das war eine rasante Entwicklung in nur wenigen Jahren, mit einer drastischen Veränderung des ganzen Stadtbildes. Hulhumale gab es damals noch gar nicht. Ich stattete der Insel Baros einen Besuch ab, noch etwas einfacher als „meine“ Insel, natürlich Wasserbungalow- und Wellenbrecher-frei, kein Vergleich zu heute.

So war der erste 3-wöchige Besuch auf den Malediven und es war der Auftakt für weitere Besuche, was sich mittlerweile insgesamt auf 1 Jahr Urlaub, oder statistisch gesehen 52 Wochen oder 364 Übernachtungen, auf 25 beurlaubten Inseln in 9 Atollen, plus 1 Nacht auf Hulule im Airport-Hotel, summiert hat. Über die meisten der beurlaubten Inseln bzw. Erlebnisse werde ich folgend noch etwas berichten.

Bis zum zweiten Maledivenbesuch sollten 6 Jahre vergehen, so schön es ja beim ersten Mal war, aber das Essen…….bääähhh. So musste ich dann schon fast gezwungen werden, den Club Med Faru (Farukolhufushi) zu besuchen, das Futter sollte ja mutmaßlich annehmbar sein und war es dann auch. Faru liegt direkt neben Hulule, die Anzahl der Flieger waren zu der Zeit noch mehr als überschaubar und man nahm das kaum wahr, wenn einer der wenigen Flieger startete. Die Behausungen sind die gleichen Gebäude wie noch heute, 2-stöckige Reihenbungalows, heute für mich ein absolutes no-go. Die Insel ist an sich schön bewachsen, ein Hausriff gibt es nicht. Es könnte sein, dass Faru in wenigen Jahren im Zuge der Landgewinnung mit Hulhumale vereinigt wird. Auf Faru habe ich dann das Tauchen gelernt, ein ganz eigenartiges Gefühl unter Wasser atmen zu können und die Korallen, die Fische, auch richtig große…… genial! Ich war anschließend stolzer Besitzer eines Club-Med-Brevets, welches keine internationale Anerkennung hatte. Besser als nix, ich fand es toll, habe ja dann auch wenige Monate später ein international anerkanntes Brevet gemacht. Jedenfalls war es der Beginn bzw. ein gewichtiger Grund, andauernd diese kleinen Inseln besuchen zu wollen, ja schon fast müssen. Auf den Malediven habe ich mittlerweile 551 Tauchgänge oder exakt 31.235 Minuten unter Wasser genießen dürfen und man muss es mir glauben, da waren viele saugeile Tauchgänge dabei.

Der nächste Maledivenbesuch ging nach Embudu im Südmale-Atoll. Die Insel war im Prinzip - außer dem Hausriff - schon damals nicht so der Bringer, die hässlichen Wasserbungalows gab es schon. Im Gegensatz zu heute gab es keinerlei Befestigungen am Strand. Von dort aus bin ich das erste Mal zu einem Tauchgang mit so richtig vielen Haien gefahren. Haie hat man normalerweise bei jedem Tauchgang irgendwo im Sand liegen sehen, oder einzelne - auch größere - sind an einem vorbeigeschwommen, auch beim Schnorcheln am Hausriff. Dieser Tauchplatz hieß „Lions Head“ im Nordmale-Atoll, was ja auch nix besonderes ist. Besonders war aber, dass die damals die Haie noch teilweise angefüttert haben und sobald ein Tauchboot an diesen Plätzen auftauchte, wurde das Boot von vielen Haien umkreist. Ich meine auch viele Haie und kam mir wie in einem schlechten Film vor, rund um das Boot sah man unzählige Haiflossen aus dem Wasser ragen. Außerdem hatten die Haie damals auch noch eine sehr stattliche Größe, ausgewachsene Exemplare sollen so um 2,50 Meter groß werden und durch die Maske erscheinen die dann noch größer. Da sollte ich reinspringen? Der Brack (damals schon Basenbetreiber) sah mir wohl meine gewechselte Farbe im Gesicht an und lachte, sagte spring rein und leg dich auf den vorher besprochenen Platz hin, ich solle nur unbedingt die Finger bei mir lassen. Ich tat es wirklich und war froh endlich unten zu sein, aber während und hinterher auch froh das erlebt zu haben. Die stattlichen Grauhaie schwammen uns alle bis direkt vor die Nase und ich wusste jetzt auch, warum ich unbedingt die Finger bei mir lassen sollte. Sie verschwanden erst nach ca. 30 gigantischen und unvergesslichen Minuten, als sie merkten, dass es kein Futter gab, weil die Basis von Embudu die Haie nicht anfütterte. Allgemein sind die Tauchplätze im Südmale-Atoll zwar in der Anzahl begrenzt, aber überwiegend sehr gut und erlebnisreich. Erwähnenswert ist noch der riesige und handzahme Napoleon am Hausriff. Jedes Mal wenn man beim Schnorcheln an ihm vorbeikam, wollte das Viech Futter haben.

Nach 2 Wochen Embudu fuhren wir noch 1 Woche nach Villivaru. Die Insel war zwar noch einfacher als Embudu, aber optisch wunderschön mit einem ebenso phantastischen Hausriff. Der klimatisierte Speisesaal ging allerdings gar nicht. Ich meine, diese Insel wird heute nirgends mehr angeboten. Biyadhoo lag in „Griffweite“, es existierte ein Shuttleservice zwischen den beiden Inseln. Biyadhoo dürfte eine der wenigen Inseln auf den Malediven sein, auf der sich bis heute wenig verändert hat. Die Insel Cocoa war direkt nebenan, eine winzige Insel mit ein paar ganz wenigen Palmen und wenigen einfachen Hütten drauf. Das ist heute allerdings „etwas“ anders geworden.

Die insgesamt schönsten Taucherlebnisse bisher hatte ich auf Velidhu (Nordari-Atoll) und das hatte mehrere Gründe. Nein, der Hummingbird ist keiner davon und hatte glücklicherweise keine Fische gefüttert als ich damit fliegen musste. Einmal sind von Velidhu aus tolle Tauchplätze erreichbar, z.B. das Maaya Thila, damals waren ständig mehrere große graue Riffhaie an der Tagesordnung. Der Tauchplatz wurde alle 2 bis 3 Tage angefahren, man konnte nicht genug davon kriegen. Oder schneller als die Haie durch den Gangehi-Kanal fliegen, oder im Norden beim Ende der Lagune von Gangehi war eine Putzerstation für Mantas, fast 1 Stunde ca. 2 Meter direkt neben solch einem Teil beim Reinemachen zuschauen. Dort habe ich sogar einen riesigen Weisspitzenhochseehai gesehen. Dann hatte ich noch einen netten und wirklich sehr guten Buddy, mit dem ich so einige Tauchgänge am tollen Hausriff gemacht habe und überhaupt hat dort alles andere auch gepasst. Die Insel hatte noch keine Wasserbungalows und war schon etwas komfortabler als die zuvor bereisten (trotzdem einfach). Heute sind die Bungalows immer noch die gleichen. Das alles ist im Februar/März 1997 passiert und ich hatte leider das letzte Mal die Malediven unter Wasser in intaktem Zustand erlebt, was ich zu dem Zeitpunkt natürlich noch nicht wissen konnte!

In 1999 sah ich dann im Nordmale-Atoll (Lankanfinolhu) wie das Phänomen El Nino die Unterwasserwelt total verändert hatte. Auf den ersten ca. 10 Metern waren alle Hartkorallen vollkommen abgestorben und mit einem wibbeligen grün/grauen Zeugs überzogen, keinerlei Farben mehr. Keine einzige Weichkoralle war in diesem Bereich zu sehen. Nach Presseberichten sollte ab 10-15 Metern Wassertiefe alles normal sein, das war gelogen. Dort waren zwar ein paar intakte Korallen, der größere Teil aber auch dort abgestorben. An den Außenriffen war sogar bis in größeren Tiefen nahezu alles abgestorben und zertrümmert. Auf den Bestand der kleinen Rifffische hatte das scheinbar keine Auswirkungen, gefühlt könnten es sogar mehr als vorher gewesen sein. Den Mantas hat das wohl auch nichts ausgemacht, die drehten immer noch haufenweise ihre Runden. Die Haisichtungen allerdings haben ab diesem Zeitpunkt, im Vergleich vorheriger Aufenthalte, sehr deutlich abgenommen. Ob das jetzt mit dem Korallensterben was zu tun hat oder die Haie einfach in kurzer Zeit „weggefinnt“ wurden, kann ich nicht sagen. Die Insel an sich ist zwar relativ komfortabel, aber nicht der Brüller, befestigte Wege lösen nicht unbedingt Maledivenfeeling aus, sie ist aber auch nochmal nicht soooo schlecht, wie sie oft gemacht wird. Ein Hausriff hat die Insel auch nicht.

Auf Grund der nahezu vollkommen zerstörten Korallen dachte ich eigentlich, da fährst du mindestens 10 Jahre nicht mehr hin, bis sich das wenigstens in Teilen einigermaßen erholt hat. Angehalten hat es immerhin ein Jahr, dann ging es ins Südari-Atoll (Vilamendhoo). Die Insel war zwar die grottenschlechteste auf der ich je war, die Taucherei jedoch war - damals noch unter dem Lau - super. Das Hausriff ebenso, dort sah ich meinen ersten Walhai beim Tauchen auf den Malediven. Die Hartkorallenbestände waren durch El Nino nicht ganz so arg in Mitleidenschaft gezogen worden wie im Nordmale-Atoll, trotzdem größtenteils zerstört. Die Weichkorallen wuchsen allerdings mehr als üppig, ich sag nur „7th Heaven“, Taucher wissen was ich damit meine. Viele Spitzentauchplätze sind schnell erreichbar, z.B. das Kuda Rah Thila, meiner Meinung nach einer der feinsten Tauchplätze auf den ganzen Malediven. Wie schon erwähnt waren Haisichtungen sehr viel seltener geworden, vor allem waren die gesichteten deutlich kleiner als früher. Zu dieser Insel erlebte ich meinen ersten Transfer mit einem Wasserflugzeug, ein tolles Erlebnis!

Nach einem Urlaub auf Sun-Island, wo ich unzählige Male erfolglos bei Maamigili im Korallenschrott nach den bestimmten weiß gepunkteten Teilen suchte, hieß die nächste Insel Filitheyo im Nord-Nilandhe-Atoll. Die Insel ist relativ groß, hat wahnsinnig viele Palmen und mehr Mücken als Blätter an den Bäumen. Sie war im Vergleich zu den anderen bisher bereisten Inseln schon was komfortabler; war ja noch relativ neu erbaut. Nicht nur wegen der sehr deutlich mehr geschädigten Korallen als im Ari-Atoll, war die Taucherei eine Enttäuschung. Das lag nicht am Basenbetreiber (Lau), Großfisch satt wie in der Beschreibung hatte es dort jedenfalls kaum bis keine. Dafür waren die Tauchgänge in den Kanälen weitgehend sehr stressig, als Ausgleich dafür hat man halt fast nichts Interessantes gesehen. Der Tauchplatz „Paternoster“ hieß so, weil man ohne große Kontrolle drüber zu haben, in jede Richtung durch das Wasser gewirbelt wurde. Gesehen hat man dort zwar nichts Besonderes, aber das war mal eine ganz andere taucherische Erfahrung. Heute würde ich so was nicht mehr tun und ich weiss auch nicht, ob dieser Tauchplatz (direkt neben Filitheyo im Kanal) heute noch angeboten wird.

Danach kam Medufushi, dazu später mehr. Anschließend war Velavaru im September 2004 an der Reihe. Die Tauchplätze im Süd-Nilandhe-Atoll haben noch weniger zu bieten als die im Nord-Nilandhe-Atoll. Das war einer der wenigen Urlaube wo ich mich an keine Haisichtung erinnern kann, die Korallen waren weitgehend tot. Der Basenleiter, den ich 2 Jahre später auf Lily Beach wiedertraf, hat erst bei einem Tauchgang von Lily Beach aus seine ersten Mantas auf den Malediven gesehen. Das Wetter war richtig übel! 10 Tage Sturm, obwohl es eigentlich nur einmal geregnet hat, nämlich vom ersten bis zum zehnten Tag. Einige Tage davon konnten keine Wasserflieger fliegen, ich traf einen Gast der 3 Tage in Male festsaß. Man konnte sich nur im Bungalow/Bar aufhalten oder Tischtennis spielen. Bis man am Restaurant zur Futteraufnahme war, war man platschnass. Und es war kalt, durch den Wind und Regen sind sogar 25 Grad saukalt. Viele Tauchausfahrten fanden nicht statt bzw. wurden nur im Innenatoll oder in Inselnähe angeboten, vielleicht fällt auch deshalb meine Beurteilung der Tauchplätze so grottenschlecht aus. Ansonsten hat die Insel einen optisch sehr schönen Eindruck gemacht, Hausriff ist leider nicht vorhanden. Wenige Monate später, im Dezember 2004 wurde die Insel durch den Tsunami fast vollkommen zerstört und wurde anschließend zu einer Insel für höhere Ansprüche neu aufgebaut, mittlerweile mit Wasserbungalows mit eigener Infrastruktur in einiger Entfernung und ohne feste Verbindung zur Insel, eigentlich schade drum.

Zu den Tauchplätzen bei Lily Beach ist nur so viel zu sagen, dass das Hausriff klasse war, ansonsten siehe Vilamendhoo. Rund 7 Jahre nach der Korallenbleiche war die Erholung selbiger erfreulicherweise deutlich sichtbar. Optisch ist die Insel nicht so der Bringer, nicht nur wegen der Lily-Wall. Mittlerweile ist auch diese Insel ein Luxustempel mit mächtigen Wasserbungalows in der Lagune geworden.

Danach war Meeru dran, eine Malediveninsel mit subkontinentalen Ausmaßen. Wasserbungalows gab es damals dort noch nicht so viele wie heute. Die Insel hat kein Hausriff, ist aber üppig bewachsen, optisch sehr schön. Das Tauchen war nicht nur klasse organisiert, viele Tauchplätze sind vom feinsten. Z.B. am HP-Reef (einer meiner liebsten Tauchplätze in der Gegend), sah man schon eine deutliche Erholung der Hartkorallen auch im Nordmale-Atoll, Weichkorallen waren nach der Bleiche eh sehr schnell wieder da. Im Nordmale-Atoll kann man eigentlich (bis auf Walhaie) alles vor die Nase kriegen. Hier zeigt sich auch ein Vorteil einer großen Insel, es fuhren auf Grund der vielen Gäste jeden Tag mehrere Boote zu den verschiedenen Tauchplätzen raus, man hat die Qual der Wahl.

Nach diesem Riesenteil kam im September 2006 die ganz winzige Insel Thudufushi. Optisch und insgesamt gesehen, gehört sie meiner Meinung nach zu den Top 5 all meiner bisher besuchten Inseln. Ohne Wasserbungalows, super schöne Strände, schönes und weitgehend erholtes Hausriff. So ein AI-Angebot habe ich auf den Malediven noch nicht erlebt, so gut wie alles ist enthalten. Leider hat man an der Insel mittlerweile Wasserbungslows in die Lagune gestellt, eklig weiße noch dazu. Rund 8 Jahre nach El Nino waren die Haisichtungen in diesem Teil des Ari-Atolls schon wieder häufiger, wie z.B. am Atabu Thila oder Warren Thila (wird auch Emmas Thila genannt), auch hier leider nicht mehr so sehr groß wie früher. Der Besuch des Maaya Thilas war jedoch sehr ernüchternd! Weisspitzen-Riffhaie gab es zwar einige, aber wo sind die vielen Grauhaie geblieben? Vielleicht auch nur Pech gehabt? Leider musste ich bei mehreren folgenden Tauchgängen - auch in den Folgejahren (letzter Tauchgang dort im Oktober 2011) - an diesem einstigen Spitzentauchplatz für viele Grauhaie feststellen, dass ich nur noch von meiner Erinnerung zehren muss.

Die Insel Hudhuranfushi (vorher Lohifushi) im Nordmale-Atoll war nichts Besonderes, Tauchplätze sehr gut (siehe Meeru). Danach kam Vakarufalhi im Südari-Atoll, ebenso eine kleine schnuckelige Insel für den optischen Genuss und gehört natürlich auch zu meinen persönlichen Top 5. Es gibt zwar Wellenbrecher rundum, die sind aber im Vergleich zu anderen Inselbefestigungen jetzt wirklich relativ unauffällig. Das Hausriff ist sehr gut, Tauchplätze siehe Vilamendhoo/Lily Beach. Man hat mittlerweile auch hier Wasserbungalows in die Lagune gebaut, glücklicherweise nur an der Spitze der Nordseite, es wirkt also nicht ganz so schlimm zugebaut.

Komandhoo im Lhaviyani-Atoll ist eine wahre Befestigungsanlage und ein gutes Beispiel dafür, was richtig Scheiße aussieht. Diese Insel ist mit Wellenbrecher so zugebaut, wie ich es noch nicht gesehen habe. Ansonsten ist es eine tolle Insel mit viel Flair, hatte damals noch keinen Pool und auch kein 2. Restaurant, ich habe mich dort sehr wohlgefühlt. Das Hausriff ist allenfalls mittelmäßig, die Tauchplätze im Lhaviyani-Atoll sind nicht so sehr der Bringer. Haie am Kuredu-Express trotz mehrmaliger Versuche Fehlanzeige, auch an anderen Tauchplätzen. Anderes Großgetier mit Ausnahme vieler Napoleons und einigen Mobulas eher mau. Es gibt zwar schon ein paar interessante Tauchplätze in der Umgebung, aber wenn das Tauchen im Vordergrund steht, würde ich ein anderes Atoll wählen.

Angaga im Ari-Atoll war als nächstes dran. Obwohl abgewohnt, ist sie eine optische Bilderbuchinsel, optisch eine der schönsten Inseln die ich je besuchte. Sie verfügt über eine super Vegetation, hat sehr schönen Strände und ein gutes Hausriff. Tauchplätze siehe Vakarufalhi/Vilamendho/Lily Beach und auch etwas nördlicher im Südari-Atoll. Ein Jahr nach Vakarufalhi haben sich die Korallen weiter erholt. Bei einem Tagesausflug habe ich es endlich geschafft, bei Maamigili 3 Walhaie beim Tauchen gesehen. Walhaie beim Schnorcheln sind zwar auch schön und ich habe das schon mehrmals erlebt, die zählen bei mir nur nicht so richtig, ins Lügenbuch werden nur die Sichtungen beim Tauchen eingetragen.

Jetzt bin ich bei meiner kleinen Zeitreise bereits im März 2009 angekommen. Das Baa-Atoll war an der Reihe und es war eine etwas feinere Insel geworden, Coco Palm Dhuni Kolhu. Auch diese Insel hat ein sehr schönes Inselbild und ist von der Fläche her mittelgroß. Da passt eigentlich so gut wie alles, ich habe mich dort sehr wohl gefühlt und auch diese Insel zählt zu meinen Top 5. Das Hausriff gleicht allerdings einer Geröllhalde und wenn es dort zu dieser Jahreszeit keine Mantas gäbe, würde ich die Tauchgründe als nicht so dolle bezeichnen.

Das mit den Mantas musste ich unbedingt wieder haben, während des SW-Monsuns sollte es viele im östlichen Baa-Atoll geben, und so wurde es als nächstes Reethi Beach. Die Insel ist zwar auf Grund der relativ wenig vorhandenen Palmen optisch nicht so der Brüller, hatte zu meiner Zeit glücklicherweise so gut wie keine Inselbefestigungen (das war schon anders). Trotzdem bietet die Insel viel für den Zeitvertreib, kann also insgesamt durchaus als brauchbar bezeichnet werden. Das Hausriff zeichnet sich für den Schnorchler weitgehend durch abgestorbene Korallen aus, zum Tauchen an der Steilwand ist es jedoch gar nicht so schlecht. Die Korallen im östlichen Baa-Atoll sind an den meisten Tauchplätzen in nicht gutem Zustand, Haie scheint es dort auch keine zu geben. Mantabegegnungen gab es einige, teilweise durfte ich ganz tolle Tauchgänge mit diesen Riesenviechern erleben. Ohne die Mantas hat taucherisch gesehen das Baa-Atoll nicht viel zu bieten.

Weiter oben habe ich es ja angedeutet, dass ich zu Medhufushi (Meemu-Atoll) noch was schreiben würde. Sie ist die bisher einzige Insel, auf der ich zum 2. Mal meinen Urlaub verbrachte. Die Insel hatte ich 2003 schon beurlaubt, sie ist vom Tsunami 2004 vollkommen zerstört worden und wurde neu aufgebaut. Bis dahin war es die Insel, die mir insgesamt gesehen bisher am besten gefallen hat, ganz klar die bisherige Nr. 1 und das trotz fehlendem Hausriff. Im März 2010 bin ich zum 2.mal dort aufgeschlagen und wurde insgesamt nicht enttäuscht, es blieb auch hinterher die Nr. 1! Waren beim ersten Inselbesuch die Korallen noch sehr stark geschädigt gewesen, ist nunmehr eine sehr deutliche Erholung im Meemu-Atoll sichtbar gewesen. Es war an einigen Stellen fast wie vor El Nino, Außenriffe ausgenommen, o.k., El Nino ist ja auch schon rd. 12 Jahre her. Es kann zwar in der normalen Tauchtour nur ein Kanal (bei Muli) erreicht werden, die beiden Tauchplätze (links und rechts vom Kanal) sind aber nur geil, da kann wirklich alles passieren. Ich las kürzlich auf dem Lau-Blog sogar von Hammerhai-und Tigerhai-Sichtungen, mit Bild hinterlegt. Andere Kanäle sind nur in Tagestouren erreichbar, die lohnen sich aber wenn man viel Knorpelgetier erleben möchte.

Das mit den Mantas im östlichen Baa-Atoll während des SW-Monsuns hat mir irgendwie keine Ruhe gelassen, da muss doch mehr gehen. Bei einem eher zufällig gefundenem sehr preiswerten Angebot nach Royal Island musste man zugreifen. Das ist eine Insel, die schon einen gewissen Anspruch erfüllt, schön bewachsen, schöne Bungalows (keine Wasserbungalows), bietet viele Unterhaltungsmöglichkeiten, da ist vieles wirklich gut und nichts richtig schlecht, von der Mauer fast rundum mal abgesehen. So richtiges Maledivenfeeling kam bei mir allerdings nicht auf, aber ich war ja hauptsächlich wegen was anderem dort. Und ich hatte wohl das große Los gezogen, ich sah so viele Mantas wie nie zuvor. Gleich beim ersten Tauchgang, welcher eigentlich mein Check-Tauchgang sein sollte, saß ich mitten auf einer Putzerstation (im Sand) und da kamen so viele Mantas vorbei, 30 oder 50, man konnte die nicht seriös zählen, Riesenteile, die meisten in Griffweite an mir vorbeigesegelt, einige spielten mit meinen Luftblasen. Es sollten noch so um die 20 Tauchgänge mit teils vielen Mantas folgen, genial, fantastomatisch! Haie gibt es im östlichen Baa-Atoll wohl immer noch keine, bei den Korallen hat sich in einem Jahr immer noch nichts zum Guten verändert. Entsprechend ausgesehen hat auch das Hausriff von Royal Island.

Es gibt ja immer Dinge an einer Insel, die einen mehr oder weniger gut gefallen, in allem Perfekt ist im Prinzip keine. Bei der einen Insel ist es ein fehlendes oder schlechtes Hausriff, bei der anderen Insel ist es vielleicht der nicht so schöne oder zu kleine Bungalow, oder Sandsäcke am Strand, oder die Insel ist zu wenig komfortabel und das kann man jetzt endlos weitere Gründe anführen. Jeder setzt da andere Prioritäten und Maßstäbe an. Es gibt Leute die finden verschwenderischen Luxus mit Butlerbedienung toll, andere mögen es vielleicht etwas gemäßigter. Es gibt Leute die brauchen unbedingt ein Hausriff, anderen ist es egal, weil sie vielleicht nur in der Sonne schmoren wollen. Mache Leute können ohne TV nicht leben, andere legen keinen Wert auf so ein Teil usw. usw.

Im April 2011 war ich auf einer klitzekleinen Insel im Nordmale-Atoll, welche aus meiner subjektiven Sicht und meinen Anforderungen der perfekten Insel sehr nahe kommt. Es ist die Perle die herausragt von all meinen bisher besuchten Inseln und hat natürlich meinen persönlichen Nr.1-Status von Medhufushi abgelöst. Es ist Ihuru, klein, fein und leger, aber nicht übertrieben luxuriös, optisch wunderschön, keine Wasserbungalows. Sehr schön eingerichtete, wenn auch (zu) kleine Einzelbungalows mit Palmenblätterdach. Wunderschöne Terrasse mit viel Privatsphäre, ausgezeichnetes Essen, Restaurant und Bar mit Sandboden, so gut wie keine abendliche Touristenbespaßung. Das Hausriff ist das intakteste, welches ich seit der Korallenbleiche gesehen habe und außerdem ziemlich haiverseucht! Man merkt am Hausriff so gut wie nicht, dass El Nino jemals stattgefunden hat. Über die Tauchplätze im Nordmale-Atoll habe ich vorher schon viel geschrieben, das passt also auch. Im Nordmale-Atoll erholen sich erfreulicherweise die Hartkorallen immer schneller. Bleibt zu hoffen, dass diese Insel nach dem Umbau (der z.Z. stattfindet oder sogar schon vollendet ist) nicht viel von dem verliert, was es nach meinem Empfinden ausgezeichnet hat.

Die Insel Madoogali im Nordari-Atoll war ganz in Ordnung, aber nicht so der Brüller, vielleicht auch weil es direkt nach Ihuru kam. Das Hausriff ist zum Schnorcheln gut, ausgezeichnete Tauchplätze in Reichweite, die schlechte Organisation der Basis und das Rudeltauchen konnte einem allerdings so manches madig machen. Vielleicht ist es ja heute nicht mehr so. Auf jeden Fall merkt man auch in Nordari-Atoll, dass sich die Hartkorallen in den Innenatollen an vielen Stellen schon fast dem Zustand vor der Korallenbleiche annähern.

Auch über die folgende Insel muss ich im Prinzip nicht viel berichten. Es war Athuruga, so ziemlich mittig im Ari-Atoll gelegen. Im Prinzip ist die Insel der Klon von Thudufushi. Aber ich glaube, Athuruga ist etwas früher als Resort eröffnet worden, dann wäre halt Thudufushi der Klon von Athuruga. Ist auch egal, die Insel gehört natürlich auch zu meinen Top 5, obwohl ich diese „Auszeichnung“ ja schon anderen 5 Inseln zugeteilt habe. Beim Klon ist das aber erlaubt, oder? Die angefahrenen Tauchplätze sind größtenteils die gleichen wie von Thudufushi aus.

Im September 2012 besuchte ich Veligandu im Rasdhoo-Atoll. Die Insel ist zwar von Wasserbungalows nur so zugeknallt und es gibt viele Befestigungen in Form von Wellenbrechern und mächtigen Bunen, was mir von außen gesehen optisch nicht so sehr gefällt. Ist man jedoch auf der Insel, ist es sehr angenehm, schön und gepflegt. Da gibt es nicht viel zu meckern, das Niveau ist relativ anspruchsvoll, es ist vielleicht die komfortabelste Insel mit den besten Bungalows all meiner besuchten Inseln. Der Hartkorallenbestand ist im ganzen Atoll leider nur an ganz wenigen Stellen intakt, dennoch haben die wenigen Tauchplätze in einem sehr kleinen Atoll sehr viel an Großfisch zu bieten.

Wenn ich nun das alles seit meinem ersten Aufenthalt vor etwas mehr als 27 Jahren aus meiner persönlichen Sicht betrachte, hat sich dort in relativ kurzer Zeit sehr viel verändert. Das früher arme Land hat es mittlerweile zu einem relativen Wohlstand gebracht, von dem auch - allen Unkenrufen zum Trotz - viele Malediver profitieren. Natürlich haben sich einige wenige die Taschen richtig vollgemacht, das ist bei uns ja nicht anders. Natürlich gibt es Einwohner die in nicht gerade komfortablen Verhältnissen leben und persönlich monetär vom Tourismus nicht direkt oder nur sehr wenig profitieren. Jedoch haben sich andere Dinge wie z.B. Infrastruktur, Gesundheitsversorgung und Bildung sehr zum Vorteil verändert, was schließlich sehr vielen Menschen dort zu Gute kommt. Was das betrifft hat der Tourismus m.E. den Maledivern sehr viel mehr genutzt als geschadet.

Die Entwicklung des Tourismus von einem naturbelassenen Inselparadies zum Massentourismus im gehobenen Preisniveau mit entsprechendem Komfort, sehe ich mit einem lachendem und einem weinendem Auge. Ich bin keiner dieser „früher-war-alles-besser“ Nostalgiker, was mich teilweise aber erschaudert, sind die mit Wasserbungalows zugeknallten Inseln, das ist nichts für mein Auge. Ich muss es aber akzeptieren, es ist eben die Nachfrage da und ich bin ja nicht alleine auf der Welt. Einem gewissen Komfort bin ich schließlich auch nicht abgeneigt und z.B. das vorhanden sein von einem TV, Spa oder Jacuzzi stört mich überhaupt nicht, es zwingt mich niemand es zu benutzen. Das gleiche gilt für einen Pool, solch ein Teil finde ich zwar vollkommen überflüssig, aber auch da zwingt mich keiner reinzuspringen. Es gibt ja auch sehr viele Vorteile dieser Entwicklung für den Tourist, nicht nur der allgemeine verbesserte Komfort, Freizeitangebot und andere Annehmlichkeiten, auch z.B. das Essen und die Unterkünfte sind um Welten besser geworden und machen einen Aufenthalt angenehmer. Da geht auch manches zu Lasten der Umwelt, zerstörte Korallen durch den Bau von Wasserbungalows und andere allgemeinen Bauarbeiten, Müllproblemen usw. Trotzdem kann ich alles zusammengenommen, eine solche Entwicklung nicht schlecht reden, ich will es auch nicht und es würde mir auch gar nicht zustehen.

Was mir allerdings richtig wehgetan hat, ist das Phänomen El Nino, welches im Jahr 1998 die filigrane und wunderschöne Korallenwelt in weiten Teilen der Malediven vollkommen zerstörte. Das konnte niemand abwenden, jedenfalls nicht die Malediver selber. Auch wenn sich mittlerweile in vielen Atollen der Hartkorallenbestand sehr deutlich erholt hat, ist es noch lange nicht so wie vorher. An den meisten Außenriffen sind die Hartkorallen heute noch immer weitgehend abgestorben und es sieht auch nicht so aus, dass da bald viel nachwachsen würde. Das fällt einem Besucher der vor diesem Ereignis noch nicht dort war vielleicht gar nicht auf. Die „alten“ Maledivenbesucher - mehr noch wenn sie Taucher sind - wissen aber was ich meine. Leider muss ich mich damit abfinden, dass ich die intakte Unterwasserwelt auf den Malediven nie mehr so erleben werde wie sie einst war.

Dennoch sind für mich die Malediven weiterhin ein tolles Reiseziel! Und schließlich muss es mir gelingen, irgendwann mal Hammerhaie oder Geistermuränen zu sehen. Das ist doch noch ein Ziel schmunzeln

Hier endet nun meine kleine und subjektiv beschriebene Zeitreise, 1 Jahr Urlaub auf den Malediven, das war überwiegend eine tolle Zeit mit vielen Erlebnissen, ich werde jetzt das 2. Jahr in Angriff nehmen.



Und hier noch ein paar Eindrücke der ersten Reise im Bild:

Das Bad unseres Bungalows:


Die Bar:


Das Zimmer:


Unser Bungalow:


Strand:


So wurde das Leitungswasser teilentschwefelt:


Die Bar von Baros:


Male:




unsere Insel in der Totalen


Der Hafenbereich mit einigen Gebäuden


Und hier die Fruchthalle


Maledivische Frauen sind zwar wenige zu sehen, aber die wenigen alle ohne Schleier. Das sind auch Dinge die sich verändert haben. Außerdem gab es massig Fahrräder und fast keine Autos







Hier noch ein Bild von zwar schlechter Qualität, aber man kann erahnen in welchem intaktem Zustand die Riffe bis an die Oberfläsche waren



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Thym
15.10.2012 14:42 Thym1959 ist offline E-Mail an Thym1959 senden Beiträge von Thym1959 suchen Nehmen Sie Thym1959 in Ihre Freundesliste auf
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Das angefangene 2. Jahr Urlaub auf den Malediven Auf diesen Beitrag antworten Zitatantwort auf diesen Beitrag erstellen Diesen Beitrag editieren/löschen Diesen Beitrag einem Moderator melden       Zum Anfang der Seite springen

Da ich ja mittlerweile das 2. Jahr in Angriff genommen habe und mich auch jemand dazu aufgefordert hat, kann ich zu Manchem ein kleines subjektives Update anbieten.

Vakarufalhi (April 2013) ist nach dem Umbau deutlich feiner geworden und trotz Bau der Wasserbungis immer noch eine Insel für den optischen Genuss. Leider hat das Resti keinen Sandboden mehr. Dennoch, in meinem persönlichen Ranking bleibt die Insel unter den Top 5.
Und was soll ich zum tauchen sagen:
Immer noch tolle und lohnenswerte Tauchplätze, und das Kuda Rah Thila direkt neben Vaka ist m.E. immer noch einer der Feinsten auf den Malediven! Na gut, die Walhaie waren auch ganz nett, gesichtet ausnahmsweise nicht bei Maamigili.

In dem persönlichen Ranking der Top 5 bleibt auch trotz den protzigen neu erbauten weißen Teilen Thudufushi. Bei unserem 1. Besuch im September 2006 sind gerade Wellenbrecher gebaut worden, von denen man mittlerweile über Wasser nichts mehr sieht. Die Korallen des Hausriffs waren bei dem 2. Besuch im September 2013 jedoch ziemlich abgestorben und ich kann das Hausriff nicht mehr als intakt empfehlen. Man kann es so in etwa mit der Geröllhalde von Reethi Beach vergleichen, vielleicht, aber nur vielleicht, nicht ganz so arg. Kann sein, dass der Bau der Wasserhütten zu diesem Zustand beigetragen hat. Eher vermute ich jedoch, dass es was mit den Wellenbrechern zu tun hat. Ist nur eine Vermutung und im Prinzip auch egal welchen Grund es tatsächlich hatte, es ändert am aktuellen Zustand des Hausriffs ja nichts mehr. Taucherisch hat sich wenig geändert, das Warren Thila ist immer noch ein Spitzentauchplatz für Großfische, das Atabu Thila hat leider nicht mehr so viel Großzeugs wie in 2006.

Und aktuell war ich auf Safari Island, welche es allein auf Grund der Inseloptik nicht annähernd in die Top 5 kommen kann. War halt eine Insel die ich noch nicht kannte und man kann dort trotzdem einen angenehmen und geruhsamen Urlaub verbringen. Das Hausriff ist meist in sehr gutem Zustand und zählt auch zu den richtig Guten auf den Malediven! Der Tauchplatz Fish Head hat es mir ja angetan, ist ca. 15 Minuten von der Insel weg. Ich habe es so das letzte Mal in den 90iger Jahren erlebt, dass mehrere große graue Riffhaie auf einmal auf Armlänge herankamen, hier war es oft an der Tagesordnung, ein tolles Erlebnis! Auch sonst was den Fischreichtum angeht ist es ein sehr empfehlenswerter Tauchplatz. Jedenfalls dann, wenn nicht gerade 4 Boote gleichzeitig diesen Spot anfahren. Nach 3 Jahren war ich auch mal wieder am Maaya Thila und leider musste ich erneut feststellen, dass dieser ehemalige Spitzentauchplatz für große und kleinere Haie keiner mehr ist. Ja, es waren einzelne Exemplare da, jedoch absolut kein Vergleich zu früheren Zeiten.

Das waren jetzt 3 Urlaube hintereinander im Ari-Atoll (im Süden in der Mitte und nicht ganz im Norden) und der Hartkorallenbestand dort erholt sich erfreulicherweise immer mehr. An immer mehr Tauchplätzen kann man aktuell (mit Ausnahme der Außenriffe) kaum einen Unterschied des Zustandes der Hartkorallen von vor der Korallenbleiche feststellen, jedenfalls keiner der mir wesentlich erinnerlich wäre.

……..ach ja, die Geistermuräne habe ich mittlerweile „abgearbeitet“

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Thym
19.05.2014 18:41 Thym1959 ist offline E-Mail an Thym1959 senden Beiträge von Thym1959 suchen Nehmen Sie Thym1959 in Ihre Freundesliste auf
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2. Update Auf diesen Beitrag antworten Zitatantwort auf diesen Beitrag erstellen Diesen Beitrag editieren/löschen Diesen Beitrag einem Moderator melden       Zum Anfang der Seite springen

Nunmehr aus traurigem Anlass das 2. Update zu meinem persönlichem Nostalgietrip über die Malediven.

Aus dem einen Jahr Urlaub auf den Malediven ist nunmehr 1 ¼ Jahr geworden und meine Anzahl der dort durchgeführten Tauchgänge beläuft sich mittlerweile auf über 700. Natürlich waren da viele geile dabei, wobei aktuell die Erlebnisse stark getrübt sind, dazu später mehr.

Allgemein hat sich die in meinem Bericht von 2012 schon erwähnte Vereinigung von Hulhumale und Faru seit 2015 bestätigt. Mittlerweile ist sogar die ganze Lagune nördlich von Faru als Landmasse aufgefüllt worden. Da wird sich wohl baulich in den nächsten Jahren viel verändern.

Auch der Flughafen soll wohl nun - nach jahrelangem Stillstand - endlich verändert/ausgebaut werden. Jedenfalls standen dort einige Baumaschinen und Kräne rum, allerdings war nicht erkennbar, dass die sich bewegt hätten.

Weiterhin wird es bald eine Brücke zwischen der Flughafeninsel Hulhule und Male geben.

Mittlerweile habe ich Reethi Beach ein 2. und Medhufushi ein 3. Mal besucht. Die Inseln haben sich kaum verändert und insofern gibt es nichts zu meinen Reiseberichten zu ergänzen. Es sind 2 empfehlenswerte Inseln auf denen man einen angenehmen Urlaub verbringen kann. Dies mit der Einschränkung, dass - jedenfalls bei unserem Aufenthalt - auf Medhufushi der große Anteil der bestimmten Sorte asiatischer Gäste das Niveau schon etwas nach unten drückt. Erfreulich aber ist, dass ein großer Teil dieser Gäste sich mittlerweile einigermaßen zu benehmen weiss.

Danach kam Helengeli, ja an dieser Insel scheinen sich die Geister zu scheiden. Bei unserem Besuch war die Insel gerade unter OBLU by Atmosphere at Helengeli neu eröffnet worden. Rein optisch von außen gesehen ist es eine der (oder auch DIE) - höflich ausgedrückt - weniger schönen all meiner besuchten Inseln. Alleine aus diesem Grund könnte mich nichts aber auch gar nichts zu einem 2. Besuch dieser Insel überzeugen. Dazu kamen noch die nicht so sehr überzeugenden Tauchplätze im nordöstlichen Nordmale-Atoll, dies immer im Vergleich zu anderen Tauchplätzen der Malediven gesehen.

Aus persönlichen Umständen heraus mussten meine Urlaube 1 Jahr zurückstehen und aktuell war es mir wenigstens 1 Woche lang möglich, meine persönliche „Perle“ all meiner besuchten Malediveninseln wieder zu besuchen. Ihuru ist auch nach dem Umbau eine Perle geblieben, bzw. bezog sich der Umbau im Wesentlichen auf die (m.E. notwenige) Vergrößerung der vorher viel zu kleinen Bungis. Dies leider zu Lasten der überdachten Terrasse, das kann man aber tolerieren. Leider nagt die Erosion z.Z. sehr stark am Strand, bedeutet viele Sandsäcke, die die Optik nicht unbedingt verschönern. Ihuru hatte das intakteste Hausriff das ich auf den Malediven kannte und nun komme ich zu dem traurigen Anlass dieses Updates. Die Korallen am Hausriff von Ihuru sowie auch Vabbinfaru sind auf den oberen ca. 5 Metern überwiegend tot! Nichts erinnert mehr an die Farbenpracht wie ich sie kannte. Weiter unten ist es nicht ganz so schlimm, aber auch bei weitem nicht so wie vorher.

Mir hat schon das Phänomen El Nino aus dem Jahr 1998 sehr wehgetan und ich hätte nicht gedacht, dass ich das Phänomen in einem solchen Ausmaß ein 2. Mal erleben muss, welches im Frühjahr 2016 stattgefunden hat. Die Riffe an den Außenkanten hatten sich nach 1998 auf den oberen Metern eh nie richtig erholt, aber es gab sehr viele andere Riffe und auch Hausriffe im Innern der Atolle, die sich wieder fast zu der alten Farbenpracht entwickeln konnten. Ich habe aktuell zwar nur den Zustand eines kleinen Teils der Riffe im südlichen Nordmale-Atoll gesehen, jedoch befürchte ich, dass es in weiten Teilen der Malediven ähnlich aussieht. An allen Riffen an denen ich tauchen war, war der Hartkorallenbestand auf den ersten 5 Metern nahezu vollkommen abgestorben, eine wahre Trümmerwiese, überall. Weiter unten sind die Schäden nicht ganz so groß, jedoch auch dort teilweise sichtbar. Das einzig Gute, wenn man das dann überhaupt so nennen kann, ist der Umstand, dass es weiter unten lange nicht so schlimm aussieht wie nach 1998 und es einige Korallenarten gibt, die es auf den ersten 5 Metern nicht dahingerafft hat. Ist ein schwacher Trost, ich weiss! Die Weichkorallen betraf es wohl überhaupt nicht, z.B. „blüht“ das Nassimo Thila in seiner ganzen Pracht wie eh und je. Wie auch nach der großen Bleiche 1998 habe ich auch diesmal keinen einzigen großen Grauhai gesehen. Kann das Zufall sein oder hat das überhaupt miteinander zu tun? Die Wassertemperaturen sind z.Z. jedenfalls in dem Bereich von 28-29 Grad, also wie sie zu dieser Jahreszeit auch vorher üblich waren. Ein weiterer nicht gerade positiver Umstand für eine Regeneration der Hartkorallenbestände sind die Dornenkronen, deren Auftreten in den letzten 2 Jahren sehr deutlich angestiegen sind.

Vergesst also alles was ich vor dem heutigen Zeitpunkt über die Erholung der verschiedenen Hausriffe seit der Bleiche 1998 in diesem Bericht und auch in meinen Reiseberichten geschrieben habe, die Uhr muss leider wieder beginnend ab 1998 auf null zurückgestellt werden. Ich denke wegen bunter Hartkorallen an den Hausriffen(beim schnorcheln) brauch man eine Weile nicht mehr dorthin fahren. Fische gibt es allerdings immer noch genug!

Die vorgefundenen Zustände sind leider so jämmerlich wie beschrieben und „schönreden“ brauch man sich die Hausriffe im aktuellen Zustand nicht!!!!

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Thym
25.12.2016 12:35 Thym1959 ist offline E-Mail an Thym1959 senden Beiträge von Thym1959 suchen Nehmen Sie Thym1959 in Ihre Freundesliste auf
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